Konzept für die Ausstellung
YALLAH!? Über die Balkanroute
DGB-Haus Osnabrück, August Bebel Platz 1
23.01. – 07.02.2018

Siehe auch: http://yallah-balkanroute.uni-goettingen.de/yallah-balkanroute/ueber-die-ausstellung/ 

und den Flyer zur Ausstellung

Die Vorbereitungen für die Ausstellung sind inzwischen gut vorangeschritten und wir zählen inzwischen 13 Gruppen und Organisationen als Veranstalter*innen!

Liste der Veranstalter*innen:

Solidarity City Initiative OS
kritnet OS
Fachschaft IMIB
No Lager
AMAL e.V.
Flüchtlingshilfe Rosenplatz e.V.
50 aus Idomeni
NFTN Psychosoziales Zentrum OS
Team Migration und Gesellschaft (IMIS)
KUKUK
ASTA der Uni Osnabrück (angefragt)
ECSR Ickerweg
DGB

Die Veranstalter*innen werden unterstützt durch:
Exilverein e.V.
Friedensbüro der Stadt Osnabrück

Öffnungszeiten und Rahmenprogramm:

Die Ausstellung ist zugänglich während der Öffnungszeiten des DGB Hauses. Persönliche Präsenz aus dem Kreis der Veranstalter*innen ist vorgesehen nachmittags, 14 bis 17 Uhr, jeweils zu zweit.

Für Geflüchtete werden Führungen nach Sprachgruppen angeboten auf Arabisch, Dari/Farsi, Paschtu, Kurdisch. Sprachkundige zur Mitarbeit werden noch gesucht. Die Bewerbung soll in den Lagern und Unterkünften, in Facebook-Gruppen, in den Beratungsstellen und Cafés und auf dem Uni- und dem Hochschulcampus erfolgen.

Über die GEW wird Material ausgehändigt, Führungen für Schulklassen während der Vormittagsstunden werden angeboten.

Ein Büchertisch wird in Zusammenarbeit mit dem Buchladen Rote Straße auf Kommissionsbasis eingerichtet. Kostenlos werden die 24-seitige Yallah!?-Zeitung sowie, so lange der Vorrat reicht, die Broschüre Still Moving Europe, Resistance Along the Balkan Route (je mit Unterstützung durch Moving Europe und medico) angeboten.

Die Begleitveranstaltungen:

22.01. Ausstellungeröffnung,,Yallahl?“
Demo von ,,Rhythms of Resistance“ Zeit, Ort und Datum wird noch bekannt gegeben
18 Uhr Eröffnung durch die beteiligten Gruppen mit Statements, ,,Warum Yallah?“

23.01. ,,Wie Menschen Krieg, Verfolgung und Flucht ertragen“ / Vortrag des Trauma-Zentrum 0S. Das Netzwerk für traumatisierte FIüchtlinge (NTFN) informiert

Durch die Ereignisse in den Kriegszonen ihrer Herkunftsländer und nicht minder durch die Ereignisse auf ihrem Fluchtweg sind viele Geflüchtete tief traumatisiert. ln Osnabrück wurde im November ein Psychosoziales Zentrum
des NTFN eröffnet. Mitarbeiterinnen des Zentrums berichten von ihrer Arbelt und benennen, welche Unterstützung aus der Zivilgesellschaft heraus traumatisierten Geflüchteten helfen würde.

26.01. ,,Blick auf Zukunft vor 0rt“ mit Solidarity City – Ein Workshop dazu, was in Osnabrück so läuft.

Über die Ausstellung ,,Yallah?l – Über die Balkanroute“ hinaus geht es um die Frage, was in Osnabrück läuft und Iaufen kann. Nach einem gemeinsamen Rundgang durch die Ausstellung stellt sich die lnitiative Solidarity City vor und stellt zur Diskussion, was miteinander gestaltbar ist. ln einem Workshop wollen wir miteinander diskutieren, wie Osnabrück zu einer Stadt der Solidarität wird.

29.01. ,,ldomeni – Hintergründe und Geschichte“ / Marc Speer, Zum FIüchtlingslager an Griechenlands Nordgrenze

Marc Speer hat mit ,,Moving Europe“ vor Ort die Vorgänge auf der Balkanroute im Jahr 2015 begleitet. Er ist Autor einer Broschüre über den ,,Formalisierten Korridor“ und arbeitet zur Zeit zum Lager in ldomeni.

01.02. ,,NoBorder Kitchen auf Lesbos“ / Film und Bericht von Valeria Hänsel, Mut und Verzweiflung im Kampf mit dem EU-Türkei-Deal

ln Moria auf Lesbos werden Geflüchtete seit dem EU-Türkei-Deal im März 2016 unter katastrophalen Verhältnissen zurückgehalten. Sie kämpfen gegen Hunger und Kälte – und gegen die Perspektivlosigkeit am Rande der EU. Die No Border Kitchen Lesbos versorgt die Geflüchteten mit Essen und unterstützt sie in ihren Kämpfen. Zwei Aktivist*innen zeigen einen kürzlich gedrehten Film und berichten von ihrer Arbeit, vor allem aber vom Mut und der Verzweiflung der Geflüchteten auf Lesbos.

05.02. „Roma in den Mühlsteinen nationalstaatlicher Migrations-Politik“ / Heike Harms, Das politische Konzept von Ausgrenzung und Rassismus (AMAL e.V.)

lm Trubel der,,Willkommenskultur“ sind Migrant*innen aus Südosteuropa, und insbesondere die Roma, nahezu in Vergessenheit geraten. Lautlos geraten sie in die Mühlen der Rückschiebungen. Über die Situation der Roma in den ,,Machallas“ Südosteuropas berichtet Heike Harms vom AMAL e.V. Sie macht anschaulich, wo die Schwierigkeiten bei der Anerkennung von Asylanträgen liegen und spricht über die langjährig erhaltenen Vorurteile gegenüber dem Volk der Roma in Deutschland.

07.02. „Die EU-Festungspolitik der externalisierten Grenzen“ / Christian Jakob (taz), Vortrag zu totalitären Regimen als Türsteher von Europas Grenzen

Christian Jakob verfolgt als Redakteur der taz die Verlagerung der EU Außengrenzen ins lnnere Afrikas. Zusammen mit S. Schlindwein ist er Autor des gerade erschienen Buchs ,,Diktatoren als Türsteher Europas“ Jakob führt uns die andere Seite der Grenzschließungen vor Augen, wo die EU Mördermilizen und Diktaturen finanziert und mit Waffen aufrüstet.

Alle Veranstaltungen um 18:30 h im DGB-Haus Osnabruck, August-Bebel-Platz 1

Dringend!

Ab nächstem Donnerstag, den 25.Februar fährt eine Gruppe von 4
Aktivist*innen aus Osnabrück gemeinsam an die Grenzen in Serbien und
Mazedonien, um dort unbürokratisch und direkt Menschen auf der Flucht zu
unterstützen.

Dazu brauchen wir dringend, für einen Zeitraum von etwa 3 Wochen, noch
ein Auto (so groß wie möglich, aber auch ein normaler PKW wäre sehr
hilfreich). Falls ihr ein Auto habt, dass uns begleiten würde oder
jemanden kennt, meldet euch bitte über openborders@riseup.net.

Essen und alles, was sonst so benötigt wird, werden wir vor Ort kaufen.
Dafür brauchen wir Geld. Wenn Du etwas spenden kannst, überweise es an
diese Bankverbindung, von der es direkt an die Leute an den Grenzen
weitergeleitet wird:

Empfängerin: Rote Hilfe e.V.
IBAN: DE18 4306 0967 4007 2383 04
BIC: GENODEM1GLS
Verwendungszweck: „UnterstützungBalkan“

Da es derzeit nicht möglich ist, Sachspenden über die serbische Grenze
zu transportieren, können wir leider keine mitnehmen. Dies ist ein
weiteres Zeichen für die zunehmende Abriegelung der Grenzen und die
Kriminalisierung von selbstorganisierten Unterstützungsstrukturen.

Informiert bleiben!
Um über die aktuellen Entwicklungen zu berichten, werden wir regelmäßig
Updates schicken, die auf http://www.openborder.noblogs.org und auf Facebook
„OpenBorder Osnabrück“ veröffentlicht werden.
Kontakt: openborders@riseup.net

Spendenaufruf zur direkten Unterstützung flüchtender Menschen

Seit Monaten überwinden fliehende Menschen zu Tausenden die Grenzen und
Zäune der Festung Europa und erkämpfen sich so ihr Recht auf
Bewegungsfreiheit für alle. Unterstützt werden sie dabei von hunderten
und tausenden solidarischen Menschen hier und auch direkt vor Ort an den
Balkangrenzen. Die europäischen Staaten reagieren darauf zunehmend mit
Abschreckung und Abschottung.

So haben immer mehr Staaten entlang der sogenannten Balkanroute ihre
Grenzen mit Zäunen abgeriegelt. Diese Grenzen werden von internationalem
Militär und von der Nato in der Ägäis überwacht. Auch in Deutschland und
der restlichen EU werden menschenfeindliche Pläne und eine
Militarisierung der EU-Grenzen zur „Flüchtlingsabwehr“ beschlossen.
Mittlerweile ist auch eine komplette Schließung der „Balkanroute“ im
Gespräch und es existieren Hotspots und große Camps in Griechenland. Das
bedeutet, dass immer mehr Menschen in Griechenland und der Türkei
festsitzen, beziehungsweise sich auf immer gefährlichere Wege nach
Mitteleuropa machen werden. Die militarisierten Grenzen werden fliehende
Menschen nicht von ihrem Weg abhalten. Es bedeutet nur, dass die Reise
gefährlicher und mehr Menschen das Leben kosten wird. Nachdem Slowenien
im letzten Jahr die Grenzen für alle Fliehenden, die nicht aus Syrien,
Irak oder Afghanistan kommen geschlossen hat, haben auch Kroatien,
Serbien und Mazedonien nachgezogen und ihre Grenzen ebenfalls geschlossen.

Für alle fliehenden Menschen, die nicht aus den genannten Staaten
kommen, gibt es keine Unterstützung: Sie können keine öffentlichen
Verkehrsmittel benutzen und sind so, oft zu Fuß, auf gefährlichen Wegen
unterwegs. Sie sind sowohl dem Winter als auch kriminellen Strukturen
schutzlos ausgeliefert und immer häufiger von Raubüberfällen,
Polizeigewalt und illegalen Push-backs betroffen. Die Grenzen sind
undurchlässig für diese Menschen, so sitzen mittlerweile beispielsweise
in Belgrad zwischen 200 und 500 Menschen am Bahnhof fest, ohne
offizielle Versorgung mit Essen, Kleidung, Übernachtungsmöglichkeiten.
Sie sind so auf selbstorganisierte Unterstützung solidarischer Menschen
angewiesen. Die Situation der Menschen ist sowohl im politischen Diskurs
als auch in den etablierten Medien in Deutschland unsichtbar.

“In places like Morocco, Algeria and many others, a different type of
war affects people. It is a cold war. Because of it people have no
money, they live on the streets, they sleep in the wooden barracks, they
are jobless, left to die from drugs and poverty. We can’t continue to
live like this. We spent a lot of money to arrive to Europe, to arrive
here. We need to find a better life for our families and us. We deserve
a better life also, don’t we?” (M. from Morocco on 24/1/2016)
Bericht von Moving-Europe:
http://moving-europe.org/2016/02/02/report-on-push-backs-and-police-violence-at-the-serbo-croatian-border-2/#more-672

Liebe Aktive,
 
der DGB hat die Idee, ein Geflüchteten-Informations-Büro Arbeitswelt zu gründen. Ziel ist es, MultiplikatorInnen zu qualifizieren, die geflüchteten Menschen Grundlagen zum deutschen Arbeitsmarkt vermitteln – Informationen, die nicht zuletzt auch vor Ausbeutung schützen sollen. Wenn ihr in Kontakt mit Geflüchteten steht, werdet ihr sicher immer wieder mit Fragen zum Arbeitsmarkt  konfrontiert.
Der DGB möchte dazu (Tages-) Schulungen und in der Folge „Reflexionstreffen“ anbieten, die euch dazu befähigen sollen, Fragen zum Arbeitsmarkt und Arbeitsmarktzugang beantworten zu können.  
 
Am Mittwoch, dem 11.11., um 17.00 Uhr im DGB-Sitzungsraum, 2. Stock im Gewerkschaftshaus, August-Bebel-Platz 1, OS, seid ihr eingeladen, in einem Workshop die Schulung mit zu konzipieren. Eure Erfahrungen sollen in die Schulung mit einbezogen werden.

Offener Brief an Innenminister Boris Pistorius zur Neureglung des Rückführungserlasses.

English version below

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Herr Minister Pistorius,

mit der Einführung der neuen Regulation zum Abschiebeverfahren (Regelung des Rückführungserlasses [1]) erklären Sie es wieder für zulässig Menschen ohne Ankündigung abzuschieben. Wir erklären es immer für unzulässig Menschen überhaupt abzuschieben. Die letzten Jahre lobten Sie hingegen Ihre Abschiebepolitik als human, wie z.B. letztes Jahr am 23.09.2014, als Sie erklärten: „[…]  Abschiebungen sollen teils auch mehrfach angekündigt werden und es sollen, soweit es möglich ist, nächtliche Abschiebungen vermieden werden“ [2]. Nicht nur, dass es auch bisher, trotz all der warmen Worte, weiter nächtliche Abschiebungen gab, nein, nun kehren Sie auch offiziell zurück zu einer inhumanen und verheerenden Asylpolitik. Halten Sie Ihre Asylpolitik immer noch für human, wenn ab jetzt wieder Menschen nachts um 2 Uhr, ohne Ankündigung aus den Betten geklingelt werden, um sie in zum Teil unhaltbare Zustände ‚zurückzuführen‘?
Wir halten dieses Vorgehen nicht nur für inhuman, sondern für schlicht weg unerträglich! Was für Sie vor kurzem noch Kern einer ‚erfolgreichen‘ Asylpolitik war, ist für Sie heute zu vernachlässigen? Sie argumentieren damit, dass so Geflüchtete aus den  Balkanstaaten schneller wieder abgeschoben werden können. Ob Menschen aus Angst vor Krieg und Folter, vor Armut oder Hunger fliehen spielt keine Rolle; Jede*r hat das Recht davor geschützt zu werden. Wir sind der Meinung, dass weder Herkunft, noch die aktuellen Konjunkturen der Abschiebepolitik etwas daran ändert, wie mit Menschen umgegangen werden sollte! Eine humane Asylpolitik geht gerade jetzt – wo sich tausende Menschen in Deutschland mit Geflüchteten solidarisch zeigen und ihre Hilfe anbieten, gerade jetzt, wo es rassistische Ausschreitungen gegen Geflüchtete gibt, gerade jetzt, wo es ein Zeichen braucht, dass Menschen hier willkommen sind – in eine andere Richtung. Jetzt wäre es an der Zeit ein Zeichen gegen Abschiebung, Ausgrenzung und Abschottung zu setzen, indem die Solidarität der Menschen in Deutschland gefördert wird um eine denzentrale Unterbringung von allen Geflüchteten in Deutschland zu ermöglichen.

Refugees welcome!

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Originallink No Lager Osnabrückhttp://nolageros.blogsport.eu/2015/09/19/offener-brief-an-innenminister-boris-pistorius-zur-neureglung-des-rueckfuehrungserlasses/

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Minister Pistorius,

by establishing the new regulation for the procedure of deportation (Regelung des Rückführungserlasses [1]) you readmit that people can be deported without an announcement. We declare it as ineligible to deport them at all. In the last years, on the contrary, you complimented your deportation policy as humane, for example last year, on 23rd August 2014, when you stated: “ […] Deportations shall be announced at least once if not several times and as far as possible deportations at night-time shall be prevented“ [2]. Not only, despite all the warm words, did deportations still take place at night, you now also officially return to an inhumane and disastrous asylum policy. Do you still consider your asylum policy as humane when , from now on, people get rang out of bed without announcement at 2 am in the morning to be replaced into partly unbearable living conditions?
We consider this approach not only as inhumane but also as completely insupportable! Do you deem the central point of your „successful“ asylum procedure insignificant now? You argue that refugees from the Balkan States can now be deported faster. But whether people flee due to fear of war and torture, or from poverty and hunger- everybody has the right to be protected. In our opinion neither origin nor the current activity in deportation politics change the way human beings should be treated! Especially in the current situation, when thousands of people in Germany show solidarity and offer their help, when we face racist excesses against refugees, when a sign is needed that people are welcome here – a humane asylum policy heads for a different direction. Now would be the time to set an example against inhumane conditions of deportation, separation and exclusion and to promote the solidarity of people in Germany to make it possible to provide a decentralised accommodation of all refugees in Germany.

Refugees welcome!
No Lager Osnabrück
1 http://www.mi.niedersachsen.de/portal/?navigation_id=14797&article_id=136923&_psmand=33
2 http://www.mi.niedersachsen.de/portal/live.php?navigation_id=14797&article_id=127958&_psmand=33

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