Jusos, Grüne Jugend und Linke positionieren sich gegen den Neumarkt-Investor. + Bannerdrop am Neumarkt.

8. Januar 2021. Bereits kurz vor Weihnachten veröffentlichten die Jusos den Bericht „Keine Deals solange Jürgen Lindhorst im Amt ist – keine Geschäfte mit Unterstützern von Faschist*innen“. Der Aufsichtsratsvorsitzende der Lindhorst Gruppe, Jürgen Lindhorst, steht im Verdacht mit der AfD zu sympathisieren und dem Vorsitzenden der AfD-Fraktion im Thüringer Landtag, Björn Höcke (Siehe: „Es ist amtlich: Björn Höcke darf Faschist genannt werden. RND, 28.9.2019.“)

Am 7. Januar 2020 berichtet die „Neue Osnabrücker Zeitung“:

HISTORIKER SPRINGT JUSOS BEI
Osnabrück: Neumarkt-Investor unter Druck wegen rechter Verbindungen des Vaters.

https://www.noz.de/lokales/osnabrueck/artikel/2201295/neumarkt-investor-druck-wegen-rechter-verbindungen-des-vaters?amp

Heute erreichte uns anonym per E-Mail das Foto des Bannerdrops am grünen Kachelgebäude mit dem unten angefügten Text:

„Bekenner*Innenschreiben:“

Jürgen Lindhorst raus aus Aufsichtsrat!
Der Fall „Neumarkt“ ist seit wenigen Wochen um die Causa Jürgen
Lindhorst „reicher“. Was gab es für große Jubelorgien bei fast allen
Fraktionen, nachdem bekannt wurden, dass die Lindhorst-Gruppe neuer
Eigentümer des alten Wöhrl-Komplexes am Neumarkt wird. Oberbürgermeister
und Impfexperte Wolfgang Griesert sprach sogar von einem „Stück
Lokalgeschichte.“ Bei Geschichte ist es nur leider so, dass sie immer
erst im Nachhinein geschrieben wird. Und ob die Geschichte zwischen
Lindhorst-Gruppe und Neumarkt in einem positiven Licht erscheinen wird,
daran haben wir so unsere Zweifel.

Keinen Zweifel an rechter Gesinnung
Blöderweise kam zu Tage, dass der Aufsichtsratsvorsitzende der
Lindhorst-Gruppe gerne Faschisten – so darf man Björn Höcke laut
Gerichtsurteil offiziell nennen – hofiert und dass Höckes „Vita und
seine Einstellungen zu Familie und traditionell deutschen Werten ihn
beeindruckt hätten.“ Weitere Details finden sich in der begrüßenswerten
Pressemitteilung der Jusos Osnabrück: „Keine Deals solange Jürgen
Lindhorst im Amt ist – keine Geschäfte mit Unterstützern von
Faschist*innen“, sowie den Ausführungen vom Direktor der Stiftung
Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora, Prof. Dr. Wagner, der
Lindhorst die Nähe zur und die finanzielle Unterstützung der extremen
Rechten attestiert.
Was sich dort jedoch nur bedingt findet, ist ein pikanter Vorfall aus
dem Jahr 2019. Gemeinsam mit dem AFD Landesverband Thüringen hatte
Lindhorst die Alternative Service GmbH gegründet. „Wir müssen raus auf
die Straße“ war Höckes Begründung. „Durch die Tätigkeit der neuen
Service-Gesellschaft und den von ihr organisierten „Kampf um die
Briefkästen“ soll dies nun geschehen.“ (Thüringer Allgemeine,
07.05.2019)
„Man sollte doch einfach froh sein das da jemand ist der Millionen
investieren möchte“ war in den Kommentaren des Beitrags der NOZ vom
07.01. zu lesen. Wir wollen nicht, dass Menschen- und Demokratiefeinde
hier – und auch sonst nirgends – Fuß fassen, sich als Wohltäter
aufspielen können und mit den Renditen des investierten Kapitals
rechtsradikale Strömungen unterstützen.

Keine Sippenhaft, sondern Argumente
Seinen Sohnemann, den Alexander, wollen wir auf keinen Fall in
Sippenhaft nehmen. Wir wissen – teilweise aus leidlicher Erfahrung – wie
unangenehm der eigene Vater sein kann, für den man nichts kann. Klar ist
es schwierig, sich von diesem zu distanzieren. Aber wenn Lindhorst
Junior – wie er von sich selbst behauptet – ein „eher Konservativer“
ist, dann wird er doch sicher verstehen, dass Unterstützer*innen von
menschenfeindlichen Positionen hier nicht willkommen sind. Falls ihm
diese Einsicht nicht gelingt, reiht er sich in eine lange Liste von
Konservativen ein, die im Falle von politischen oder ökonomischen
Interessen keine Berührungsängste mit Rechtsradikalen hatten und haben.
Den Aufsichtsratsvorsitzenden kann übrigens der Aufsichtsrat ganz leicht
abberufen. Und wer möchte schon ein Unternehmen im Herzen der Stadt
wissen, dessen Aufsichtsrat einen Vorsitzenden trägt, der zur Rechten
Höckes sitzt?

Profitieren wirklich alle?
Dass Raphael Wellen, Geschäftsführer der Pro Urban und Modernisierer des
Möser-Carée, sich nur positiv über Lindhorst äußert und festhält: „Davon
werden alle profitieren“ ist nur konsequent. Vielleicht kann er
Lindhorst ja noch Tipps geben, wie auch er die für das Quartier
vorgesehene Quote für sozialen Wohnungsbau umgehen kann, damit wirklich
alle profitieren.
Der Rat der Stadt kann nun beweisen, wie ernst er es mit seinen
freiheitlichen Werten und „sozialer Verantwortung“ meint. Ohne
B-Planänderung kein Neubau. Aber vielleicht lassen sich mit der Aussicht
auf Millioneninvestitionen und Arbeitsplätze diese lästigen
Moralvorstellungen beiseite wischen.
An diesem Beispiel wird noch einmal deutlich: Wir wollen nicht, dass die
Stadt irgendwem gehört, der viel Geld und damit eben auch Macht besitzt.
Nur weil das gegenwärtig so ist, konnte Unibail Rodamco Westfield trotz
akutem Wohnraummangel ein Quartier jahrelang leer stehen lassen und sich
daran auch noch bereichern. Nur weil ein Großteil der Stadt
Privateigentum ist, ließ sich die NOZ nicht entblöden, am 07.01.
folgende Umfrage zu starten: „Schöner Neumarkt oder Guter Investor?“ Als
wäre ein schöner Neumarkt nur mit einem „schlechten“ Investor oder
generell einem Investor zu haben! Die Stadt gehört allen!

Mit mahnenden Grüßen,

Ein Verein freier Menschen

Bannerdrop Stadthalle Bekenner*innenschreiben. „GEGEN DIESE KATASTROPHE GIBT ES KEINEN IMPFSTOFF“

Bekenner*innenschreiben

Die Coronakrise hat 2020 das Leben von uns allen auf massive und unvorhergesehene Weise beeinflusst. Und auch wenn die zweite Welle gerade ihre volle Kraft entfaltet, scheint es durch Impfstoffe eine mittelfristige Lösung dieser Krise geben zu können.

Auch wir sehnen coronafreie Zeiten herbei. Doch nach der Krise ist vor der Krise – der Klimakrise! Leider wird es hierfür keinen Impfstoff geben. Daher haben wir heute zur Ratssitzung ein Banner von der Stadthalle gedropt:

Für diese Krise gibt es keinen Impfstoff!“

Viele Menschen wünschen sich nach der Coronakirse wieder ihr „normales“ Leben zurück. Das ist verständlich, aber dieses „normale“ Leben ist mit den ökologischen Grenzen unseres Planeten leider nicht vereinbar. Nach Corona kann es also kein „weiter wie bisher“ geben. Daher müssen wir uns jetzt und heute als Gesellschaft zusammensetzen und endlich darüber diskutieren, wie ein besseres Wirtschafts- und Gesellschaftssystem aussehen kann. Lasst uns gemeinsam nachdenken, wie wir Solidarität, Umweltschutz, Wohlstand für alle und möglichst viel freie Zeit zu einer lebenswerten Zukunft für alle verbinden können.

Zwischen Coronakrise und Klimakrise gibt es aber auch zahlreiche Analogien: Eine nicht geringe Menge an Menschen zweifelt die Existenz von Corona an. Genauso finden sich Klimakrisen-Leugner*innen. Auch wird Corona erst dann als tatsächliche Krise von vielen erkannt, wenn das Virus seine tödliche Wirkung in größerem Umfang entfaltet. Auch die Klimakrise hat eine gewisse Inkubationszeit. Ursache und Wirkung fallen nicht direkt zusammen, sondern treten zeitversetzt auf. Die Coronakrise ist grundsätzlich nur mit Solidarität zu meistern. Zahlreiche Menschen erkennen, dass es sinnvoll ist, sich einzuschränken, auch wenn sie selbst nicht zur Risikogruppe gehören. Genauso ist jetzt aber auch Solidarität mit jüngeren Menschen und zukünftigen Generationen gefragt, will man ihnen einen lebenswerten Planeten überlassen. Die Coronakrise hat uns auch gezeigt, dass politische Gestaltung mit massiven Eingriffen und Änderungen des Alltages möglich ist, wenn sie von der breiten Mehrheit einer Gesellschaft getragen werden.

Nutzen wir also die wenigen verbleibenden Jahre, um unseren Planten zu retten!

Auf bald,

Ein Verein Freier Menschen

per E-Mail am 16. Dezember 2020 erhalten.
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