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Fahrraddemo 7/100 von Fridays for Future Osnabrück zur Umsetzung des Radentscheides


18. Juli 2025

Fahrraddemo 7/100 Knollstraße/Ellerstraße

Fridays for Future Osnabrück versammelt sich am Freitag, den 18.07.2025, um 19:00 Uhr auf dem Platz des 17. Juni vor der OsnabrückHalle. Von dort aus fahren sie mit den Demo-Teilnehmenden über den Neuen Graben, Heger-Tor-Wall, Natruper-Tor-Wall, Hasemauer, Hasetorwall, Erich-Maria-Remarque-Ring, Nonnenpfad, Klosterstraße, Knollstraße, Ellerstraße, drehen an der Vehrter Landstraße und fahren dann über Ellerstraße, Knollstraße, Klosterstraße, Nonnenpfad, Erich-Maria-Remarque-Ring, Berliner Platz, Wittekindstraße, Neumarkt und den Neuen Graben wieder zurück.

Die Route ist Teil des Radentscheids. Fridays for Future veranstaltet 2025 von April bis Oktober jeden Monat eine Fahrraddemo über eine im Radentscheid enthaltene Straße. Ziel ist es, auf die diesbezügliche völlige Ignoranz der Stadt Osnabrück hinzuweisen.

Die Achse Knollstraße/Ellerstraße ist Teil des Radentscheids. Die Straßen gehören zur Achse 2. Die Knollstraße verfügt bereits über einige fortschrittliche Maßnahmen in Bezug auf den Radverkehr. Zum einen gibt es Überholverbote für Autos an Stellen, wo der gesetzlich vorgeschriebene Mindestüberholabstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden kann. Zum anderen gibt es
Hinweisschilder, die auf diesen Abstand aufmerksam machen. Es gibt allerdings an fast keiner Stelle einen baulich getrennten, zwei Meter breiten Radweg.
Am Anfang existiert einer der kürzesten Radwege in Osnabrück, bei dem Radfahrende auf den Bordstein hochfahren müssen, um 25 Meter später wieder herunterzufahren. Solche Schikanen müssen beseitigt und durch ebenerdige, asphaltierte Lösungen ersetzt werden. Diese müssen, um dem Radentscheid zu entsprechen und die Verkehrssicherheit zu gewährleisten, vom motorisierten Individualverkehr getrennt werden – etwa durch Poller.

Die Knollstraße ist im Vergleich zu anderen Straßen nicht die schlimmste – allerdings darf das nicht dazu führen, dass sie vernachlässigt wird. Vor allem ist die Kreuzung Knollstraße/Haster Weg für Radfahrende völlig ungeeignet. Sie muss dringend umgebaut werden. Auch im Sinne des Radentscheids hätte dies längst geschehen müssen.
Stadtauswärts werden Radfahrende auf einen schmalen Hochbordradweg geleitet, der in einer Bettelampel endet. Hinter dieser wird es noch schlimmer: Radfahrende landen auf einem Fußweg, den sie mangels Absenkung nicht verlassen können. Die Benutzung des Hochbordradwegs istverpflichtend.
Stadteinwärts ist die Situation noch gravierender: Hier wird erwartet, dass Radfahrende vom Fußweg kommen und auf einen benutzungspflichtigen Radweg wechseln – und dabei mindestens eine Ampelphase an der Bettelampel abwarten. Nach der Kreuzung werden sie auf einen Schutzstreifen geleitet. Auf dem vorgelagerten Fußweg ist – wie an der gesamten Ellerstraße stadteinwärts – das Radfahren freigegeben. Der Fußweg ist jedoch sehr schmal, und generell ist das Radfahren auf einem Fußweg niemals zu empfehlen, da es zwangsläufig zu Konflikten kommt. Radfahrende müssen auf Fußläufige Rücksicht nehmen und permanent mit deren Auftreten auf dem Fahrweg rechnen.

Auf der Ellerstraße gibt es derzeit Radstreifen. Diese liegen jedochmeist in der Dooring-Zone. Die Straße ist in einem schlechten Zustand und soll deshalb erneuert werden. Die Pläne der Stadt sind allerdings katastrophal – wir lehnen sie ab!
Unserer Ansicht nach sind diese Pläne mit dem Ratsbeschluss des Radentscheids schlicht unvereinbar. Anstatt eine Verbesserung für den Radverkehr herbeizuführen, wird es deutlich gravierender. Die Katastrophe beginnt damit, dass es künftig keine Radwege oder Schutzstreifen mehr geben soll und Radfahrende auf die Straße gedrängt werden. Das ist weder nötig noch im Sinne des Radentscheids rechtmäßig! Die Straße bietet genug Platz, um Radwege zu schaffen – dieser Platz wird jedoch nicht für Sicherheit genutzt, sondern für Parkplätze verschwendet. Auch soll die angebliche Begrünung dem Stadtklima helfen – das ist Betrug an den Bürgerinnen und Bürgern!
Der Stadtrat beschloss am 1. Juli, dass ein grüner Finger auf mehreren Hektar zugebaut wird – gleichzeitig ist aber angeblich kein Platz für Radfahrende, weil die Straße begrünt werden müsse?

Entweder merken die Entscheidungstragenden nicht, was sie tun, oder sie sind gegenüber Bevölkerung und Umwelt so ignorant, dass ihnen der Radentscheid, ebenso wie der Erhalt der grünen Finger, völlig egal ist. In Osnabrück wird gleichzeitig der Ledenhof sowie weitere Flächen wie der Schlossgarten und der Rosenplatz versiegelt – aber auf der Ellerstraße ist Entsiegelung plötzlich oberstes Ziel.
Auch ein Bau der A33 Nord wird von vielen positiv gesehen. Doch dort, wo Radwege entstehen könnten, wird stattdessen auf Entsiegelung gepocht. Diese Doppelmoral zeigt: Es geht nicht um die Interessen der Bürgerinnen und Bürger, die eine kühle Stadt mit grünen Fingern und sicheren Radwegen wollen.

Die neuen Pläne zur Ellerstraße enthalten unter anderem drei künstliche Einschnitte, um die Radfahrenden gezielt um Hindernisse zu führen. Das ist gefährlich, führt zu Konflikten, verlängert die Fahrzeit und erhöht das Unfallrisiko unnötig.
Fridays for Future Osnabrück lehnt jede Form von Verkehrshindernis, die Radfahrende oder Busse behindert, strikt ab. Wir müssen Radfahrende und Busse beschleunigen, wo immer es geht. Ihnen dürfen keine Steine in den Weg gelegt werden!
Es braucht einen guten Einklang zwischen Rad und Bus – und dieser Planungsentwurf macht das unmöglich.
Busse und Radfahrende sollten immer ihre eigene Spur haben und unabhängig voneinander fahren können, damit Radfahrende nicht von haltenden Bussen und Busse nicht von langsameren Radfahrenden behindert
werden. Schnellere Busse entlasten nicht nur die Kapazitäten der Stadtwerke, sondern auch die Fahrerinnen und Fahrer, die geradeaus fahren können, ohne unnötig rangieren zu müssen.

„Die jetzige Planung darf auf keinen Fall umgesetzt werden, wenn wir die Klimaziele erreichen und den Radentscheid umsetzen wollen“, sagt Anne.
„Immer wieder wird versucht, Radverkehr gegen Natur auszuspielen, während an anderer Stelle hektarweise Biotope einfach zubetoniert werden. Wir lassen uns nicht verarschen und gefährden!“, sagt Fiete. „Radfahrende und Busse dürfen nicht blockiert werden – sie müssen gefördert und beschleunigt werden!“, sagt Linda.

Wir laden alle herzlich ein, bei entspanntem Tempo mitzuradeln.

 


Jeden vorletzten Freitag im Monat

Fridays for Future Osnabrück veranstaltet 2025 von April bis Oktober jeden vorletzten Freitag im Monat eine Fahrraddemo auf einer im Radentscheid enthaltenen Straßen. Ziel ist es, auf die diesbezüglich mangelnde Konsequenz der Stadt Osnabrück hinzuweisen. Start ist immer um 19:00 Uhr auf dem Platz des 17. Juni vor der OsnabrückHalle. Von dort aus fahren die Aktivistinnen und Aktivisten über Haupt- oder Nebenvelorouten des Radentscheids und kehren über eben diese oder weitere Routen zur OsnabrückHalle zurück.

Die Haupt- oder Nebenvelorouten sind Hauptverkehrsstraßen, die viele Menschen nutzen, um z.B. aus den Stadtteilen in die Innenstadt zu gelangen und sind von großer Bedeutung für den Radverkehr. Leider wird die Infrastruktur den Bedürfnissen der Radfahrenden nicht gerecht. Die Straßen verfügen teilweise über nicht mehr zeitgemäße oder gar keine Fahrradwege. Das sieht Friday for Future Osnabrück inakzeptabel: Es besteht dringender Handlungsbedarf für die Stadt. Fridays for Future Osnabrück fordert deswegen umgehend Sofortmaßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit und Attraktivität der Radverkehrsrouten durchzuführen, damit der Radentscheid nach dem versprochenen Zeitplan umgesetzt wird.

Osnabrück Halle
Schlosswall 1 - 9
Osnabrück, 49074

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